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Frankenpost

Als Bester seiner Altersklasse und als Zweitbester von allen Teilnehmern nach Punkten absolvierte Giovanni Antonio Gromek den Deutsch-Polnischen Klavierwettbewerb in Görlitz. Eine Urkunde bescheinigt dem Neunjährigen seinen "hervorragenden Erfolg". Foto: fz

Giovanni liebt Musik und Landmaschinen
Auszeichnung | Der neunjährige Giovanni Antonio Gromek aus Kirchenlamitz hat beim Internationalen Deutsch-Polnischen Klavierwettbewerb den 1. Preis geholt.
Von Beate Franz

Großschloppen/Görlitz - Wenn Giovanni Antonio Gromek musiziert, sind seine beiden Stofftiere Lydia und Sophie immer dabei: "Sie begleiten mich auch zu Konzerten", erklärt der aufgeweckte Neunjährige, der beim Internationalen Deutsch-Polnischen Klavierwettbewerb im Januar in Görlitz soeben wieder einen ersten Preis abgeräumt hat. 10 Minuten dauerte sein Auftritt: Giovanni spielte Stücke von Bach, Haydn, Grieg, und Schostakowitsch - auswendig, versteht sich. Aufgeregt sei er nicht gewesen, erzählt der Junge, der neben Klavier auch Flöte spielt. "Warum soll ich mich aufregen, wenn sich schon alle anderen aufregen?", fragt er und lacht verschmitzt.

Mehrfach preisgekrönt

Es ist nicht die erste Auszeichnung, die der hochmusikalische Schüler aus dem Kirchenlamitzer Ortsteil Großschloppen (Kreis Wunsiedel) erhalten hat. 2008 brachte der damals Siebenjährige vom Münchner Klavierpodium, einem internationalen Talentwettbewerb, gleich acht Preise mit. Und in den Jahren 2008 und 2009 holte Giovanni Antonio Gromek bei den Wettbewerben "Jugend musiziert" zwei erste Preise - auf beiden Instrumenten.

"Ein Leben ohne Musik kann ich mir gar nicht vorstellen", erklärt der Neunjährige und wirkt schon wie ein Profi. Täglich eineinhalb bis zwei Stunden Klavierübungen und eine Dreiviertelstunde auf der Flöte gehören für ihn dazu - die ersten 45 Minuten am Klavier spielen sich bereits morgens vor Schulbeginn ab.

Jeden Samstag reist der Neunjährige mit seinen Eltern nach Weitramsdorf (Landkreis Coburg), wo er bei Professorin Alla Schatz Klavierunterricht bekommt. Flötenspielen lehrt ihn Heidi Popp an der Musikschule der Hofer Symphoniker.

Auf diese Weise sind Giovanni - und seine Eltern Tamara und Jaroslaw Antonio Gromek - ständig auf Achse. "Mein Leben ist nicht das leichteste", findet der Junge. "Es ist nicht wie eine gerade Straße, sondern es kommen immer wieder Kurven", erklärt er im Gespräch und malt mit den Fingern Schlangenlinien vor sich auf den Tisch. "Bei mir ist immer etwas los."

In den Osterferien werde er "ein Klavierkonzert im Schloss der Pommernfürsten" im polnischen Slupsk (Stolp) geben. Und im Sommer soll das junge Talent mit polnischen Wurzeln erstmals mit Orchester auftreten: Beim Internationalen Jugendmusikfestival in Konstanz am Bodensee, im Staatstheater Hildburghausen und in der Kirche im oberfränkischen Seßlach. Auf die Auftritte freut sich Giovanni schon.

Derzeit besucht der Neunjährige die dritte Klasse der Volksschule Kirchenlamitz. "Deutsch, Mathe, Heimat- und Sachkunde" sind seine Lieblingsfächer, erzählt er - und dass es ihm in der Schule gefällt: "Weil es schön ist, Freunde zu haben - und weil es in Kirchenlamitz den nettesten Hausmeister gibt."

Der neue Freund

Seinen neuesten Freund, berichtet Giovanni mit strahlenden Augen, habe er kürzlich im Bücherschrank seiner Eltern entdeckt: "Eine Enzyklopädie!" Die vielen Bilder und Erklärungen in dem sechsbändigen Nachschlagewerk begeistern ihn. Beim Lesen geht er äußerst systematisch vor und hat mit dem Buchstaben A begonnen. "Jetzt bin ich gerade bei der ,ägyptischen Kunst' angekommen", erläutert er.

Neben der Musik spielen auch Traktoren und Landmaschinen eine große Rolle im Leben des Neunjährigen: "Das sind die tollsten Fahrzeuge", schwärmt er. In der Enzyklopädie hat er danach allerdings noch nicht gesucht. "Step by step", antwortet Giovanni trocken auf die Frage nach dem Warum. Landmaschinen kommen im Lexikon schließlich erst unter L und Traktoren unter T. Und damit sind sie noch meilenweit entfernt von der ägyptischen Kunst.

Lausitzer Rundschau

Teilnehmen, spielen und siegen Guben Zwei Schülerinnen der Gubener Musikschule „Jahann Crüger“ haben am Wochenende einen 1. Preis beim 9. Deutsch-Polnischen Klavierwettbewerb in Görlitz und Zgorgelecz gewonnen. Das hat Musikschulleiter Andreas Zach mitgeteilt. Laura Heinze und Marlene Freitag seien in Altersstufe II gestartet und in ihrer Gruppe (Altersstufe Ib und II) das einzige deutsche Duo und der einzige erste Preis mit 22,5 Punkten gewesen. Die Jury habe aus je zwei polnischen und deutschen Professoren beziehungsweise Musiklehrern bestanden. Unterrichtet werden die beiden elfjährigen Mädchen von Maria Parthon-Luft.

SZ

Musikschulen laden junge Pianisten ein

Bereits zum neunten Mal findet am Wochenende der deutsch-polnische Klavierwettbewerb beiderseits der Neiße statt.

Knapp 100 junge Musiker aus Deutschland und Polen werden am Wochenende in der Musikschule „Johann Adam Hiller“ in Görlitz sowie der Musikschule in Zgorzelec um Punkte und Preise wetteifern. Was 2002 mit 21 Teilnehmern begann, hat sich inzwischen als feste Größe in der Wettbewerbslandschaft etabliert. „Mittlerweile sind wir mit der Teilnehmerzahl unseres Klavierwettbewerbes an der Grenze des Möglichen angekommen“, sagt Robert Koegler, Leiter der Görlitzer Musikschule, und freut sich zugleich, dass sich die Werbung für den Ausscheid in diesem Jahr richtig gelohnt hat. „Nachdem in den vergangenen Jahren überwiegend junge Talente aus Polen an den Start gingen, haben wir dieses Jahr immerhin ein Drittel Deutsche dabei.“

Nicht nur Pianisten aus der Region werden den 9. internationalen deutsch-polnischen Klavierwettbewerb bestreiten. Polnische Musikschüler reisen zum Beispiel auch aus Kattowice, Poznan und Wroclaw an. Weite Wege haben auch die Teilnehmer aus Mannheim, Frankfurt/Main oder Erfurt.

Ausgetragen wird der Wettbewerb, der am Freitagvormittag beginnt, in den Kategorien Klavier solo, Klavier duo und Kammermusik. Sowohl in Görlitz, als auch in Zgorzelec werden hochkarätig besetzte Jurys die Vorträge der Sieben- bis 22-Jährigen bewerten. Dank vielfacher Unterstützung, unter anderem vom Görlitzer Klinikum, warten vier Haupt-, acht Sonder- sowie Sachpreise auf die Musikschüler. Der Wettbewerb ist öffentlich. Zuhörer im Saal der Musikschule am Fischmarkt und in der Musikschule Zgorzelec (ulica Langiewicza 29) sind von Freitag bis Sonntag, jeweils ab 9Uhr, willkommen.

Das Preisträgerkonzert findet am Sonntag, 15 Uhr, im Theater statt.

Programm und weitere Informationen:

www.klavier.musik-in-goerlitz.de


Von Susan Ehrlich
Freitag, 8. Januar 2010
(Sächsische Zeitung)